(Cannstatter Zeitung 31.01.2003)
Ende 2006 fährt 15-er als Stadtbahn zur Ruhbank
Umstellung beschlossen - Fortführung bis Heumaden?
Stuttgart (eh) - Jetzt ist es beschlossene Sache: Auch zwischen Olgaeck und Ruhbank wird die Linie 15 künftig als Stadtbahn verkehren. Die Baukosten für das knapp fünf Kilometer lange Teilstück werden rund 35 Millionen Euro betragen. Geht es nach dem Willen der Stadträte, soll der Fünfzehner weiter bis nach Heumaden, möglichst sogar bis Kemnat fahren.
Ende 2004 könnte nach Angaben der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) mit den Bauarbeiten begonnen, zwei Jahre später die neue Trasse in Betrieb genommen werden. Im Anschluss will man den auf 80 Millionen Euro bezifferten Umbau des Nordasts der Linie von Zuffenhausen nach Stammheim vornehmen. Für dieses Teilstück hat der gemeinderätliche Ausschuss für Umwelt und Technik bereits im vergangenen Sommer grünes Licht gegeben.
Die Planungen sind soweit abgeschlossen, das letzte Wort über die endgültige Trassenführung aber ist noch nicht gesprochen. Es gibt zwei Punkte, die weiter in der Diskussion sind. Da ist zum einen die Verlängerung der Linie 15 nach Heumaden. Diese wird von den Stadträten ausdrücklich gewünscht, könnten so doch mehrere Schulen und Einrichtungen der evangelischen Kirche besser ans öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen werden. Auch SSB-Technikvorstand Wolfgang Arnold hält dies für eine denkbare Variante. "Wir erhoffen uns davon eine größere Nachfrage." Nach den Prognosen soll die Zahl der Fahrgäste auf der Linie 15 von derzeit 3600 auf dann 9400 pro Tag steigen.
Zum anderen ist da der Streit um das kleine Teilstück zwischen Stelle und Ruhbank. Noch offen ist, wie die Stadtbahn künftig entlang der Jahnstraße geführt wird. Die Fraktionen im Technikausschuss sowie die Bezirksbeiräte Mitte, Ost und Sillenbuch plädieren dafür, die bisherige Trasse durch den Wald beizubehalten - nicht zuletzt, weil sie auch "für eine Museumsbahn ein Highlight ist", meint SPD-Stadträtin Monika Wüst. Und auch die SSB, beteuert Arnold, wolle diese Strecke. Dagegen hat sich die Forstdirektion Tübingen ausgesprochen. In ihrem Schreiben fordert sie die Stadt auf, die Chance der Umrüstung zu nutzen und die Trasse in die Straßenmitte zu verlegen.Cannstatter Zeitung 31.01.2003