15er künftig als Stadtbahn
Ja zum Umbau des Südastes
Die Straßenbahnlinie 15 wird auf der gesamten Länge auf Stadtbahnbetrieb umgestellt. Für den Nordast der Linie von Zuffenhausen bis Stammheim ist die Entscheidung im Sommer gefallen, seit gestern gilt Gleiches für den Abschnitt Olgaeck-Ruhbank.
Von Mathias Bury
Im Rückblick auf die mehrjährige Diskussion herrschte im Technikausschuss allgemeine Zufriedenheit darüber, dass aus dem Plan, die Schienenverbindung durch einen Busverkehr zu ersetzen, nichts geworden ist. Anfangs hielt man die Umstellung der Strecke auf Stadtbahnbetrieb weder für technisch möglich noch für wirtschaftlich sinnvoll.
"Gut und vernünftig" nannte der CDU-Stadtrat Dieter Wahl die Pläne der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB). Dass dies so ist, sei auch dem großen Bürgerengagement zu danken, erklärte Monika Wüst (SPD) und erinnerte an den Einsatz des Arbeitskreises Linie 15 für die Erhaltung der Schienenstrecke.
Das knapp fünf Kilometer lange Stadtbahnteilstück vom Olgaeck zur Ruhbank kostet 35 Millionen Euro. Für den größten Teil der Ausgaben, 28 Millionen Euro, können die SSB mit Fördermitteln in Höhe von 85 Prozent rechnen, von denen 60 Prozent der Bund und 25 Prozent das Land trägt. Lediglich für den Gleisbau zwischen Olgaeck und Pischekstraße gibt es keine Zuschüsse.
In Zukunft soll der Fünfzehner nicht nur zwischen Ruhbank und Stammheim, sondern bis nach Heumaden fahren. Mehrere Schulen, Einrichtungen der evangelischen Kirche und das Staatsministerium am Südast der Linie erhalten damit einen modernen Stadtbahnanschluss. Nach den Prognosen soll die Zahl der Fahrgäste von derzeit 3600 auf 9400 pro Tag steigen. Vor der Inbetriebnahme der U 7 von den Fildern zum Killesberg lagen die Fahrgastzahlen bei täglich 11 000. Bei den SSB geht man nicht davon aus, dass es eine Rückverlagerung von der U 7 auf die U 15 geben wird.
Die Fraktionen des Technikausschusses plädieren dafür, die bisherige Trasse durch den Wald zwischen den Stationen Stelle und Ruhbank beizubehalten. Dagegen hat sich die Forstdirektion Tübingen ausgesprochen. Dieter Wahl glaubt, dass auch der Kompromissvorschlag der Forstverwaltung, die Schienen künftig wenigstens direkt entlang der Straße zu verlegen, deutlich teurer wird. Die SSB sollen auch noch einmal prüfen, ob die Haltestelle Payerstraße nicht doch komplett als Mittelbahnsteig in der Pischekstraße gebaut werden kann statt als getrennte Seitenbahnsteige in der Pischekstraße und der Gänsheidestraße. Der Bezirksbeirat Sillenbuch setzt darauf, dass im Zuge des Umbaus an der Ruhbank auch eine Linksabbiegerspur von der Kirchheimer Straße direkt in die Mittlere Filderstraße geschaffen werden kann.
Mitte oder Ende 2004 könnte mit dem Bau begonnen werden, sagte Christoph Schmid, Ende 2006 würde der neue Stadtbahnabschnitt dann in Betrieb gehen. Im Anschluss könnte mit dem Bau des Nordastes von Zuffenhausen nach Stammheim begonnen werden, der voraussichtlich bis 2008 dauern wird. Die Kosten dieser Strecke betragen rund 80 Millionen Euro.
Kommentar: MillionenlustSeite 19
Aktualisiert: 23.01.2003, 06:04 Uhr