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Stuttgarter Zeitung 17. Januar 2003
Stadtbahnzüge sollen die Linie15 beleben Nächste Woche beschließt der Technikausschuss über den Südast der geplanten U15 Am Dienstag fällt die Entscheidung, ob die Straßenbahnlinie 15 vom Olgaeck zur Ruhbank durch eine moderne Stadtbahn ersetzt wird. Die Fraktionen im Gemeinderat sind einhellig dafür. Nach den jüngsten Plänen soll die Linie bis Heumaden fahren. Von Mathias Bury Anfangs waren die Experten der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) nicht von der Wirtschaftlichkeit der Stadtbahn auf dem Südast der Linie 15 überzeugt. Stattdessen plädierten sie dafür, die Bahn durch Busse zu ersetzen. Doch das ist vorbei: Die Kommunalpolitik wollte es anders, und heute ist Christoph Schmid, Leiter der SSB-Verkehrsplanung, davon überzeugt, dass die Modernisierung der Linie "eine Erfolgsstory" wird. Was Schmid jetzt so optimistisch stimmt, ist das Ergebnis der jüngsten so genannten "standardisierten Bewertung" der geplanten Linie, mit der der wirtschaftliche Nutzen und damit die Zuschussfähigkeit solcher Investitionen ermittelt wird. Zwar sei der Wert nicht besonders hoch, und von den geschätzten Baukosten von 35 Millionen Euro sind nur 28 Millionen förderfähig. Aber die vorliegenden Fahrgastprognosen bei einer Verlängerung der Linie bis nach Heumaden können sich sehen lassen: Mit der Inbetriebnahme der U 7 vom Killesberg auf die Filder waren die Fahrgastzahlen der Linie 15 von täglich 11 000 auf 3000 gesunken - in Zukunft sollen es dagegen wieder bis zu 9400 sein. Technisch ist die Strecke aus Sicht der SSB trotz einiger Erschwernisse machbar. So müssen die Bahnen wegen des starken Gefälles der Alexanderstraße von 85 Promille sehr langsam fahren. Am Olgaeck habe man nun mit einem Mittelbahnsteig eine Lösung gefunden, die die Leistungsfähigkeit der Kreuzung Olgaeck nicht beeinträchtigt. Die Hochbahnsteige an der insgesamt fünf Kilometer langen Strecke werden in Seitenlage angebracht - außer am Eugensplatz, für den ein Mittelbahnsteig geplant ist. Baubürgermeister Hahn hat bereits deutlich gemacht, dass diese Station "mit besonderer Sorgfalt" gestaltet werden müsse. Noch nicht entschieden ist, ob die etwas breitere Stadtbahntrasse wie die der Straßenbahn durch den Wald entlang der Jahnstraße verlaufen oder in einem eigenen Bett in der Straßenmitte geführt wird. Die Fraktionen und die SSB tendieren zur Seitenlage, das Forstamt soll aber noch gehört werden. Die Bahnschienen könnten zwar in der Jahnstraße verlegt werden, ohne dass der Autoverkehr darunter leiden würde, dafür aber müsste die Straße etwas verbreitert werden. Die SSB sind für die Seitenlage der Linie im oberen Streckenbereich, weil so die Haltestellen für die Fahrgäste günstiger lägen. Im Abschnitt zwischen der Payerstraße und dem Olgaeck, wo die Gleise in der Straße verlaufen, müssen sich die Autofahrer auf einige Veränderungen einstellen. So fallen die Parkplätze stadtauswärts weg, können aber zum Teil durch Stellflächen auf der anderen Straßenseite ersetzt werden. Die wenigen kurzen Bereiche, in denen die Autofahrer bisher die Straßenbahn bei der Fahrt in den Talkessel überholen konnten, wird es nicht mehr geben (wenn die Straßenbahn an einer Station hält, müssen Autos auch heute schon warten). Christoph Schmid: "Ab der Payerstraße wird die Stadtbahn künftig Pulkführer sein." Die Leistungsfähigkeit der Straßenverbindung werde nicht beeinträchtigt. Die Liebhaber der guten alten Straßenbahn können ihrer Lust im Übrigen wohl auch nach der Umstellung frönen. Es sieht ganz danach aus, dass die Meterspur im breiten Stadtbahngleis erhalten wird und die alten Fahrzeuge als Museumsbähnle weiter auf der Panoramastrecke verkehren können. In einer Sitzung der Bezirksbeiräte Mitte, Ost und Sillenbuch stellen SSB und Tiefbauamt die Pläne am Montag, 18 Uhr, im Großen Sitzungssaal des Rathauses vor. Aktualisiert: 18.01.2003, 06:03 Uhr



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